WZ Artikel 17.12.2009
von Jennifer Fortmann
Im SV OG dreht sich alles um die Vierbeiner – von Sport bis Dogdancing.

In der Welpenstunde können die kleinen Hunde nach Herzenslust toben, lernen aber auch Benehmen und mit anderen zu kommunizieren. (Foto: Dirk Jochmann)
Fischeln. Hunde brauchen Bewegung, Beschäftigung und Erziehung. Das sind die drei Eckpfeiler einer guten Beziehung zwischen Tier und Halter. Im SV OG Krefeld-Fischeln können sich Hunde nach Herzenslust austoben, und Halter haben die Möglichkeit, ihnen etwas beizubringen. „Wir bieten verschiedene Kurse an. Um daran teilzunehmen, muss man kein Mitglied des Vereins sein und zahlt etwa drei Euro“, erklärt Sonja Tessmer-Coopmans, Ausbildungswartin des Vereins.
Für die Jüngsten unter den Vierbeinern gibt es die Welpenstunde. Dort lernen sie mit anderen Hunden zu kommunizieren. Wenn sie älter sind, kommen sie in einen Gehorsamskurs. Zusätzlich bietet der Verein auch Sportkurse für Hunde an.
In diesem Bereich, Agility genannt, nehmen sogar etwa zehn der 25 Mitglieder des Vereins regelmäßig an Turnieren teil. „Als wir den Verein 2006 übernommen haben, gab es nur vier Mitglieder, jetzt haben wir kein Nachwuchsproblem“, sagt Kay Tessmer, der für den Bereich Agility zuständig ist. Dieser ist sowohl für den Hund als auch für den Halter eine sportliche Leistung, da ein Parcours in 30 Sekunden ohne Fehler gelaufen werden muss.
Der Verein bietet auch noch Dogdancing und Frisbeekurse an. „Die Kurse sind in verschiedene Einheiten unterteilt und geben den Haltern die Möglichkeit Tricks und kleine Beschäftigungsübungen zu lernen, die sie dann Zuhause durchführen können“, sagt Tessmer-Coopmans.
Eine Anlaufstelle für Problemhunde kann der Verein allerdings nicht sein, denn dafür fehlt den ehrenamtlichen Helfern die Zeit. „Dafür sind Hundeschulen besser geeignet. Wir Vereinsmitglieder sind eher Hundenarren und haben unseren Spaß daran mit ihnen zu arbeiten und anderen Hundehaltern etwas beizubringen“, erklärt Tessmer. Die Teilnahme an der Welpenstunde empfiehlt er aber jedem Hundebesitzer, denn so warten keine bösen Überraschungen, wenn der Hund auf andere Vierbeiner trifft, erklärt Tessmer.
Der Hirtenhund Easy hat es fast zur Deutschen Meisterschaft gebracht
Um überhaupt den richtigen Hund zu finden, bietet Sonja Tessmer-Coopmans auch eine Rassenberatung an: „Die Charaktere von Hund und Halter müssen zusammenpassen sonst kann es Ärger geben. Wer einen Jack-Russell-Terrier kauft und sich dann wundert, dass er die ganze Zeit kläfft, hätte vorher wissen müssen, dass er als Jagdhund dazu gezüchtet wurden“.
Ihre Familie hat drei Border Collies. Die Aufgabe der Halter besteht ihrer Ansicht nach darin, die Eigenschaften des Hundes umzulenken auf andere Aufgaben. So hat es ihr Border Collie Easy, der eigentlich ein Hirtenhund ist, in diesem Jahr fast zur deutschen Meisterschaft im Bereich Agility gebracht. „Man muss den Hunden Aufgaben geben und merkt schnell wie viel Spaß sie daran haben“, erklärt Tessmer-Coopmans.
WZ Artikel 27.12.2009
von Jennifer Fortmann
Die 53-Jährige arbeitet als Hundefriseurin, will aber die Tiere nicht verunstalten. Ihre Leidenschaft für Hunde brachte sie in diesem Jahr zur Groom-Expo in die USA.
Königspudel Jim fühlt sich wohl, wenn Gudrun Waldor ihm ans Fell geht. (Foto: Dirk Jochmann)
Krefeld. Der große schwarze Königspudel Jim sitzt auf einem Tisch und beäugt kritisch den Verkaufsraum des BellaBello. Daneben steht Gudrun Waldor, die 53-Jährige hat sich mit ihrem Hundesalon plus Verkaufsraum einen Traum erfüllt hat. „Man sagt ja auch: Ein Leben ohne Hund lohnt sich nicht“, lacht die sympathische Frau. Ihre Leidenschaft für Vierbeiner als Beruf auszuüben, brachte sie in diesem Jahr sogar in die USA.
Im September nahm sie in Hershey, Pennsylvania, an einem „Groomers“-Wettbewerb teil. „Ich bin froh, dass ich ohne Nachzudenken zugesagt habe, denn das ist schon ganz schön weit weg“, erklärt Waldor. „Diesmal war es eher des Die Amerikaner haben einen kleinen Hygienefimmel
Obwohl sie einige der Techniken, die die Amerikaner anwenden, in Deutschland nicht schneiden würde. „Die haben da einen kleine Hygienefimmel und rasieren deshalb ziemlich viel Fell ab“, sagt sie. Gudrun Waldor hat, was die Ästhetik angeht, eigene klare Vorstellungen und da ist der Kunde dann kein König mehr. „Ich mach’ die Hunde nicht zu Clowns, ich lackiere keine Nägel. Ich finde, dass Jäckchen und Ähnliches nur Hunde tragen sollten, die sie auf Grund von Krankheiten oder wenig Fell sie wirklich brauchen“, so Waldor.
Die Leidenschaft für die Vierbeiner hatte sie bereits als kleines Mädchen, ihren ersten eigenen Hund bekam sie mit zwölf Jahren. Wie ein roter Faden zieht sich die Liebe zu Hunden durch ihr Leben. Sie ist Ausbilderin im Hundeverein, engagiert sich für die Organisation pro Animal, über die sie selbst auch einen Hund aus Griechenland vermittelt bekommen hat.
Während des Tierarzt-Praktikums die Pflege von Fellen übernommen
Auf die Idee, einen Hundefriseur und Verkaufsladen aufzumachen, ist sie allerdings nur durch Zufall gekommen. Gelernt hat die gebürtige Frankfurterin Hotel- und Gaststättenkauffrau, dann arbeitete sie 25 Jahre als Bankkauffrau. Als sie auf der Suche nach einer neuen Aufgabe war, hatte ihre Tochter die Idee, einen Laden für Hundebedarf aufzumachen. „Uns hat es gestört, dass es nirgendwo in Krefeld schöne Sachen für Hunde gab. Die Ausbildung zur Hundefriseuse hat schon viel Geld und Vorbereitung gekostet“, erzählt Waldor.
So hat sie ein halbjähriges Praktikum bei einer Tierärztin gemacht und dort die Pflege von Fellen bei vernachlässigten Hunden übernommen. „Manchmal war das wirklich hart, aber ich hab’ mir immer gesagt, auf den Halter kann ich böse sein, aber dem Hund wird es durch die Behandlung besser gehen“, sagt Gudrun Waldor.
Auch im täglichen Betrieb achtet sie darauf, dass den Hunden nicht zuviel zugemutet wird. „Ich mache hier keine Massenabfertigung. Etwa drei Hunde nehme ich an einem Tag an, dann habe ich genug Zeit für sie. Wenn ich in etwa zwei Stunden nicht fertig werde, müssen die Besitzer nochmal kommen, weil das sonst zuviel wird für den Hund“, erklärt Gudrun Waldor.







